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Digitale Schulbücher

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Bereits 2006 erschien Jeanette Böhmes Buch über die „Schule am Ende der Buchkultur“. Darin geht es u.a. um das Festhalten der Regelschulen am Buch als Leitmedium. Insofern ist es nur folgerichtig, dass digitale Medien, sofern sie Einzug in die Schulen halten, in das dominante bestehende Format eingepasst werden: als ‚digitales Schulbuch‘. Allerdings sind wir heute den Möglichkeiten nach über die reine Digitalisierung von Büchern als E-Books hinaus und die alte mediale Form Buch erhält sich eher in der Bezeichnung, denn in der Sache selbst. Digitale Schulbücher entfalten im besten Falle umfassende mediendidaktischen Potenziale: Sie werden mit interaktiven Grafiken, Videos, Spielelementen oder eingebetteten Übungen angereichert, sie erlauben die Auseinandersetzung mit ihren Elementen in Form von Annotationen und sind wesentlich barrierefreier als herkömmliche Bücher. Sowohl Personalisierung, als auch Kollaboration  spielen dabei eine Rolle.
Dabei können kommerzielle Angebote der Schulbuchverlage von nicht-profitorientierten Grassroots-Initiativen unterschieden werden. Bereits 2012 gingen die Verlage mit einer gemeinsamen Plattform online (heute: Bildungslogin), auf der ihre versammelten Angebote zu finden sind. Eine Gegenbewegung dazu bildet die OER-Community, die sich die Erstellung, Nutzung und gemeinsame Weiterentwicklung (z.B. auch mit SuS) von Freien Bildungsmaterialien (OER) zum Ziel gemacht hat. 2013 erschien das erste OER-Schulbuch in Deutschland: Biologie für die 7./8. Klasse. Die beiden Varianten von Bildungsmaterialien unterscheiden sich nicht nur in Zugänglichkeit und Kostenfaktor, sondern auch in den Verfahren der Qualitätssicherung oder in Sachen Bearbeitbarkeit. Abhängig ist eine flächendeckende Nutzung von digitalen Schulbüchern in beiden Fällen freilich von entsprechenden Endgeräten in ausreichender Zahl. Und diese Hürde auf dem Weg zum ‚digitalen Schulbuch‘ haben mit Stand heute noch weit nicht alle Schulen genommen.

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